Der Fluch

Elathiel: 2. Spieleabend

Was aus seiner Sicht geschah...

…meine Kameraden erzählten mir vom Boot des Fischers und einem seltsamen Horn, dass sie gefunden haben. Es scheint mir das Horn eines Stieres zu sein. Den anderen scheint das nicht auszureichen und wollen Anna nach ihrer Meinung fragen. Mir soll's recht sein. Ich wollte sowieso zu ihr.

Edge der taktlose Idiot hat Anna gleich in seinem ersten Satz schöne Augen gemacht und auch noch versucht sich uns für die Jagd aufzudrängen. Unfassbar! Am liebsten hätte ich diesem Tölpel sofort einen Pfeil in den Schritt gejagt! Und dann ehe er weiß, wie im geschieht, noch eine verpasst! Erst rechts, dann links und dann einen heftigen Kinnhaken! Das sollte ihm eine Lehre sein! Ich kochte innerlich vor Wut und es kribbelte mir schon in den Fingern. Er hätte keine Zeit zur reagieren. Er hätte keine Chance…aber ich sollte mich beherrschen…auch wenn er es verdient hätte, aber sowas von! Anna schenkte ihm zum Glück keine große Beachtung. Gut so!

Ich klopfte noch schnell an Walburgas Tür und fragte, ob sie Kräuter benötigt. Wenn ich sowieso gerade auf der Jagd bin. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Es dauerte nicht lange und ich nahm die Spur eines Hirsches auf. Wir folgten den Spuren und erblickten auf einer Lichtung schließlich das stattliche Tier. Anna überließ mir den Schuss und ich legte einen Pfeil an. Die Sehne schnellte zischend vor und der Pfeil bohrte sich tief in den Leib des Tieres. Der Hirsch machte vor Schreck einen Satz zur Seite und versuchte zu entkommen. Doch nach nur wenigen Schritten brach er zusammen und lag röchelnd am Boden. Anna zückte ihr Messer und stieß es in die Halsschlagerdar des Tieres. Warmes Blut sickerte vom Hals auf den saftigen Waldboden. Der Todeskampf war vorbei. Es war eine gute Jagd.

Anna packte den Hirsch an seinen Läufen und warft ihn sich über die Schulter. Keine Frage, sie verstand ihr Handwerk als Jäger. Was für eine tolle Frau, einfach umwerfend!

Ich schließe für einen Moment die Augen und greife auf die Macht, die sich in meinem Innern befindet, zu. Eine unsichtbare Kraft zieht mich leicht zur Seite und vor meinem inneren Auge erscheint das Bild einer Waldnelke. Walburga wird Augen machen!

Es ist schon spät und Edge und Pipper wurden müde. Enros meint es würde am Tee von Walburga liegen. Die hätte uns ruhig vorwarnen können, was sie für Kräuter in ihren Tee mischt! Zum Glück schien die Dosis sehr klein zu sein. Zu klein für mich. Ich habe schon so manch anderes Kraut zu mir genommen.

Ich saß noch eine Weile allein im Brandkessel und genehmigte mir einen Drink. Wo bleibt sie denn nur? Anna wollte doch nachkommen, damit ich ihr einen ausgeben kann. Ich leerte mein Glas und schaute betrübt auf dessen Grund. In diesem Moment wurde mir klar, sie wird nicht mehr kommen.

ALARM, ALARM, ALARM schallte es durch das Dorf. Und noch einmal. ALARM, ALARM, ALARM. Ich schnappe mir den Kurzbogen von Anna und renne aus dem Brandkessel hinaus. Eine Wache am Tor wurde anscheinend erschlagen und Schleifspuren führten aus dem Dorf hinaus.

Am Ende der Spur bot sich mir ein Anblick voller grotesker schwarzer Magie, schlimmer als jeder Albtraum! Auf dem Boden lag eine enthauptete Kuh, welcher ein fleischloser bleicher Stierschädel aufgesetzt war. Der Schädel war ganz weiß, blanker Knochen. Butze schüttete einen Kessel voll mit kochendem Blut über der toten Kuh aus. Der leblose Körper saugte das Blut wie ein trockener Schwamm auf. Widerlich! Im nächsten Moment begannen auf dem Stierschädel wirre Muster an zu leuchten. Kein Frage, hier war mächtige schwarze Magie am Werk! Plötzlich erwachte das Monstrum zum Leben, stemmte seine Hufe auf den matschigen Boden, drückte die Beine durch und stand in voller Größe vor uns. Ohne zu zögern legte ich einen Pfeil in die Sehne und schoss auf die Kreatur. Unbeeindruckt stürmte sie auf uns los. Einen regelrechten Pfeilregen ließ ich auf die Kreatur niederregnen. Aus ihrem gesamten Körper ragten etliche meiner Pfeile und meine Kameraden versuchten mit allem, was sie hatten, auf die Kreatur einzuschlagen. Sie werte sich heftig und schlug wild um sich. Mit einem ihrer Hörner erfasste die Kreatur Edge und durchbohrte ihn, sodass aus seinem Rücken das blutige Horn heraus schoss. Sie schüttelte ihren Kopf so lange, bis der schlaffe Körper vom blutigen Horn abglitt und auf den Boden mit einem dumpfen Geräusch aufschlug.

Immer und immer wieder legte ich einen neuen Pfeil an und ließ die Sehne hervorschnellen. Wir bekämpften die Kreatur mit allen Mitteln. Der bleiche Stierschädel begann sich plötzlich zu lockern und fiel schließlich zu Boden. Im selben Moment sackte der massige Körper zusammen und blieb leblos liegen.

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Isedor

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